Diffusion – Begriffsklärung und Bedeutung für Bauteile

Der Begriff Diffusion beschreibt den physikalischen Prozess der gleichmäßigen Verteilung von Teilchen die miteinander in Berührung kommen, der zu einer vollständigen Vermischung dieser führt. Dies gilt für Flüssigkeiten, wie auch für Gase. Ein Stofftransport wird in Gang gesetzt.
Ein veranschaulichendes Beispiel aus dem Physikunterricht beschreibt diesen Vorgang: Ein Tropfen Tinte wird in warmes Wasser gegeben. Ohne Rühren und Schütteln wird sich die Tinte gleichmäßig im Wasser verteilen.
Diffusion erfolgt in kleinen Mengen, in großen Mengen eher durch Strömung (siehe Kapitel Konvektion)

Dampfdiffusion kann auch durch poröse, nicht sperrende Bauteile erfolgen und kann zum kritischen Faktor werden, besonders bei Fachwerk- oder zweischaligen Wänden; genauso aber bei einschaligem Mauerwerk mit nicht fachgerechter Beschichtung oder falsch gewähltem WDVS bzw. dessen Beschichtung.
Bei Temperaturunterschieden zwischen beispielsweise kaltem Außenbereich und beheizten Räumen diffundiert – „wandert“ – Feuchtigkeit durch die Außenwand von innen nach außen. Wenn die Diffusionsfähigkeit der im Bauteil vorhandenen Stoffe nach außen hin zunimmt stellt dieser Vorgang normalerweise kein Problem dar.

Aufgrund der im Bauteil nach außen hin sinkenden Temperaturen sinkt in der diffundierenden Luft die Fähigkeit bereits aufgenommenes Wasser zu halten. Dieses schlägt sich im Bauteil nieder, der Taupunkt ist erreicht. (siehe Kapitel Taupunkt)

– schlägt sich das Wasser innerhalb der Dämmschicht nieder wird zeitweise die Dämmwirkung herabgesetzt, bei dichter Außenbeschichtung sogar dauerhaft.

– fällt das Wasser zwischen Holzständerwerk und einer Vormauerung (oder Dämmung) aus ist das Schadensrisiko besonders hoch.


Als Möglichkeiten das Risiko herabzusetzen bzw. zu minimieren stehen zur Verfügung:

– Homogener Wandaufbau mit nach außen zunehmender Diffusionsfähigkeit (= nach außen sinkende Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl).
– Einbau einer Dampfsperre. Hiermit wird das Eindringen der Raumfeuchtigkeit in das Bauteil verhindert. Die dann in Innenräumen anfallende Feuchtigkeit muss durch häufigeres Lüften herabgesetzt werden.

– Einbau einer Dampfbremse. Das Bauteil bleibt diffusionsoffen, der Feuchteeintrag wird jedoch verringert/verzögert

Egal für welchen Aufbau entschieden wird: Das Tauwasserverhalten einer Außenwand muss berechnet werden. Fehler im Wandaufbau einer Außenwand, falsche Materialien, Dämmstärken, nicht ausreichende oder gar fehlende Belüftungen können für Raumklima, Mauerwerk oder schlimmer noch Fachwerk/Holzständerwerk katastrophale Folgen haben, die bis zum Totalausfall führen können.
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