Schimmelpilze vermeiden
Unzählige nicht sichtbare Schimmelsporen befinden sich in unserer Luft und sind stets auf der Suche nach einem angenehmen Plätzchen um sich nieder zu lassen. Die besten Freunde des Schimmels sind organische Stoffe, Tapeten, vorallem der Kleister, Textilien, Hausstaub, Teppiche und Holz. Wenn diese Materialien nun die richtige Feuchtigkeit aufweisen steht einer Besiedelung nichts mehr im Wege. Gestalten Sie die Umgebung für den Schimmelpilz möglichst ungemütlich.

Zum besseren Verständnis bitte zuvor die Kapitel „Luftfeuchtigkeit“ und „Taupunkt“ lesen. In Analogie zum dort aufgeführten Duschbeispiel müssen Sie die Feuchtequellen in Ihrem Haushalt ausmachen und kennen. Hierzu zählen die Küche, das Bad, Pflanzen, Aquarien, offene Toiletten, Zimmerspringbrunnen ... Alles Orte an denen Raumluft mit Wasser/Feuchtigkeit in Kontakt tritt und diese aufnimmt. Wie im Kapitel „Taupunkt“ erläutert kondensiert das in warmer Luft enthaltene Wasser an kühleren Flächen.

Durch Heizen werden die Oberflächentemperaturen von Decke, Wand etc. erhöht, sodass eine Kondensation auf kalten Flächen nicht möglich ist.
Möbelstücke sollten nie an Außenwänden platziert werden, da genau die Bereiche hinter den Möbeln weniger Luftzirkulation erfahren als andere Raumbereiche und somit auch weniger Wärmestrahlung erhalten. Ein Kondensatausfall genau in diesem Bereich wäre die Folge. Es sollte immer etwas Abstand zwischen Wand und Möbelstück liegen.

In einer Wohnung gibt es kältere Bereiche wie Gästezimmer, Gäste-WC, Schlafzimmer, etc. und wärmere Bereiche wie Wohnzimmer, Küche, Bäder.
Ebenso gibt es trockene Bereiche wie Wohnzimmer, Gästezimmer und feuchtere Bereiche wie Küche, Bäder, Schlafzimmer.
Verhindern Sie dass feuchte warme Luft in kühle Räume gerät und an den dortigen Flächen und Wänden kondensiert. Halten Sie Türen – vornehmlich der Bäder und Schlafzimmer – geschlossen.

Kontrollieren Sie die Raumluftfeuchte permanent mit einem Hygrometer. Der angestrebte Wert sollte bei etwa 50 % relativer Luftfeuchte liegen. Perfekt wäre noch eine Temperaturmessung.

Wenn man sich nun hieran hält war das schon fast alles, nur die Feuchtigkeit muss nun noch aus den Räumen heraus. Nicht ist einfacher als das => Lüften

Durch das Lüften verlieren Sie zwar auf den ersten Blick Energie wenn Sie teuer aufgeheizte Luft in die Freiheit entlassen aber die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit wird somit effektiv abgeführt. Auch nicht zu verachten: Um trockene Luft auf gleicher Temperatur zu halten muss weniger Energie aufgewendet werden als um feuchte Luft zu heizen.

Stoß- und Querlüften ist die Devise! Mehrmaliges Stoßlüften trägt zum schnellen Austausch feuchter gegen trockene Luft bei, wichtig ist hier das zweimalige Stoßlüften, siehe Kapitel „Luftfeuchtigkeit“. Kipplüften führt zum Auskühlungen der Fensterlaibungen und -stürze. Genau hier wird sich Kondenswasser bilden, Schmutz sammeln und nach dem „Fogging“ evt. der Schimmel entstehen. Kipplüften ist ab sofort verboten.

Häufig treten Schimmelprobleme nach dem Einbau neuer Fenster auf. Neue, mehrschalige Fenster sind im Vergleich zu alten Fenstern dicht und bedürfen einem geänderten Nutzerverhaltens. Ein häufigerer Luftwechsel ist die Folge, auch das Herausschneiden eines Teiles der Gummidichtung der neuen Fenster wird oft angeraten – natürlich nur oben in der Mitte, die Schlagregendichtigkeit soll gewährleistet bleiben.

Silikonfugen bei Badewannen und Duschen werden immer wieder vom Schimmelpilz besiedelt. Erfolgreich hat sich die Vorgehensweise erwiesen, nach jedem Duschen die Fugenbereich abspülen und auch trockenzureiben. Spätestens alle 2 Wochen die Fugen mit einem normalen Reiniger und einem Schwamm säubern, abspülen und trocknen. Die Duschtür oder den Duschvorhang immer offen halten – wenn die Dusche nicht benutzt wird natürlich. Das klingt zwar aufwendig, ist aber einfacher als die Fuge auszutauschen.